About blogging and other stuff

Über das Bloggen und andere Dinge.

Heute möchte ich mich mal kurz und (eigentlich) bildlos äußern. Am Sonntag bekam ich eine Nachricht von WordPress mit Glückwünschen, dass ich nun 6 Jahre bei WordPress sei. Huch!?

// Today it’s not about photos, it’s about blogging. Sunday August 2nd I got a message from WordPress with Congrats, that I had created an account 6 years ago. What the fuck?

(Scroll down for english translation)

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Mein Schreibtisch beim Aufräumen im März, nachdem ich selbst Lettering-Federn hergestellt habe. // My desktop in March, 2015 after I made some tools for lettering.

 

Wie denn nun, was nun?

Vor sechs Jahren habe ich mich zwar hier angemeldet, aber mich dann doch bei Blogspot zum Bloggen angesiedelt. Dort reichte mir die Plattform irgendwann nicht mehr aus und ich bin zu WordPress zurück gekehrt und damit mehr als zufrieden aber alles der Reihe nach. Beim ersten Lesen der Mitteilung dachte ich „omg, so lang!“, aber kurz nachrechnen brachte Ernüchterung, eigentlich blogge ich seit knapp 14 Jahren.

Ende 2001 schaltete ich meine erste Seite die ich selbst gestaltet und erstellt habe, als http://www.lor-tawar.de.vu – Jeder, der das mal durchgemacht hat, versteht den Stolz. Das war noch die Zeit, bevor myblog.de online ging! Kürzlich habe ich bei Paleica und zwei Anderen ähnliches gelesen und habe sofort in Erinnerungen gelebt und mir Gedanken über das bloggen gemacht. Damals musste man sich die Seiten über den FTP noch selbst hochladen, jaha! Ich muss auch gestehen, dass ich die erste Zeit davon überzeugt war, dass die Bloggerei ein vorübergehender Trend bleiben würde und wir alle Webseiten für immer per FTP aktualisieren werden.
Als ich meine de.vu Homepage hatte, gab es dort einen mystischen Schriftzug „Lor-Tawar – Mae govannen, Etellen!“ im Header. In Sindarin, eine der Elbensprachen, die Tolkien erfunden hat, bedeutet dieser Satz „Traumwald – Tritt ein, Fremder!“. Irgendwann verblassten diese Seiten mit ihren Servern und wurden u.A. zeitgleich mit GeoCities dem Boden gleichgemacht.

Danach begleitete mich über mehrere Jahre meine Homepage http://www.alivia-art.com. Anfangs Zeichnungen und die ersten Fotografien, als ich nach München zog wurde sie  2006 überarbeitet und meine erste reine Fotopräsenz entstand im Web. Zu dieser Zeit legte ich mir auch meine ersten Blogs zu. Zuerst einen passenden zu alivia-art.com, da ich die Domain mit dem Umzug nach Wien aufgab. Dann einen für die Freunde, die wir beim Umzug nach Wien in München gelassen haben (2007), einen Schneiderblog, den ich zu Ausbildungszeiten betrieben habe (2009), nebenbei kam ein privater Mischblog (2010/2011), in dem ich einfach nur schöne Dinge festhielt. Dieser durfte dann aber ziemlich schnell Tumblr weichen, und ein paar Jahre später kam auch auf Tumblr meine fotografische Präsenz ins Spiel, aber dazu gleich mehr.

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Die erste Zeit war die Bloggerei eigentlich immer nur eine Suche nach einer geeigneten Plattform und nach meinem Thema. Zwar war die Fotografie für mich immer Thema, ich hatte aber Schwierigkeiten mit dem Bloggen klarzukommen, da Bloggen für mich immer mit Hindernissen verbunden war. Ich wollte mich nicht öffnen, hasste es etwas von mir preiszugeben und werde damit bis heute nicht warm. Das ist einer der Gründe, wieso es auf meinem Blog keine regelmäßigen Posts gibt. Es ist eine Hass-Liebe des etwas-mit-jemandem-Teilen-wollens und stolz-auf-seine-Werke-seins und der Angst jemandem zu viel Einblick in mein Leben zu geben. Diesen Grat wandere ich bei jedem Beitrag aufs neue hoch und runter.

Dann kam ich also zum Kochen. 2012 ging Karo’s Köstlichkeiten online und sollte mich zu meinem Ziel in drei Jahren ein Kochbuch zu veröffentlichen, begleiten. Diese drei Jahre sind nicht mehr so ganz fix, der Wunsch nach einem Kochbuch steht noch immer (ebenso wie nach einem Kinderbuch) aber die Ausführung und Form haben sich in der Vorstellung etwas geändert. Ich dachte Kochen sei meine Zukunft, in Verbindung mit der Fotografie und dem Bloggen. Als ich dann 2013 beim AMA Foodblogger Award unter die 6 besten Newcomer kam, sah ich das erst auch als bestätigt an. Aber Kochen und Bloggen war dann sehr schnell für viele andere Blogger die Berufung und so steigte ich direkt mit der Kochblogger-Blase auf. Viele waren talentierter als ich, populärer ohnehin, ich hatte ja nur einen kleinen Blog. In dieser Zeit hatte ich auch Kontakt mit der Kochblogger-Szene und fühlte mich dort überhaupt nicht zuhause. Ich war hin und her gerissen, vor allem weil ich zu der Zeit paralell meinen Fotoblog und die Hundefotografie führte, mir aber dort irgendwie der richtige Zugang fehlte. Ich fragte damals bei den zwei Herren von Bloggen.com nach Rat und erhielt eine ernüchternde aber hilfreiche Antwort:

Welchen Blog würdest du in 10 Jahren immernoch weiterführen wollen, ohne an einen finanziellen Erfolg zu denken?

Und da war der Schmerz zwar anfangs groß, aber die Antwort lag auf der Hand: Es geht um Fotografie und Kunst. Das Kochen verblasste von der ersten Geige zur Triangel in einem Nebensaisonstück. Zu dieser Zeit entschied ich mich dafür nach der relativ kurzen Laufzeit von Karo’s Köstlichkeiten alles hinzuschmeißen und wieder neu bei WordPress aufzubauen. Dazu wollte ich auch den Versuch starten alles zu vermischen und auf einem Blog unterzubringen. Damit alles trotzdem noch ein wenig Hand und Fuß hat, schaffte ich mir bei Tumblr eine zweite Präsenz, die mir in Verbindung mit einer Domain als Portfolio dienen sollte.

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Jetzt gibt es auf meinem Blog viel Gemischstes, aber es ist ein buntes Rad an sich fröhlich wechselnden Themen, die alle doch irgendwie zu mir gehören und von denen ich keines missen will. Ich hoffe ich werde in den nächsten Jahren weiterhin fleißig Themen finden und Werke produzieren, die es sich anzuschauen lohnt. Ich freue mich über jeden Kommentar, über jeden Leser wie ein kleines Kind und bin sehr dankbar, wenn man diesen Blog auch mit seinen Unregelmäßigkeiten akzeptiert.

Am 2. August, meinem quasi Blogburtstag habe ich mir auch nach langem Hadern Twitter zugelegt, wenn ihr auch dort seid, dann sagt doch Hallo! 🙂 @kmgfoto_

Ich hoffe, der kleine Einblick in meine Blogger-Geschichte war interessant für euch und wie immer, danke fürs reinschaun! 🙂

Six years ago I created an account on WordPress but decided to blog over at Blogspot, for various reasons. Later Blogspot was too limited for my needs and I decided to come back to WordPress and I haven’t looked back ever since. When I read the message I first thought „omg, that long!“ but a quick calculation revealed the truth, I blog for nearly 14 years now.

Late 2001 I wrote and designed my first homepage on a de.vu server. What was I proud! It was a time, when you had to manually upload the .html files via ftp and it was a whole bunch of work. Shortly after the first blog providers came into existence but I thought it was more of a trend which would go by very quickly so I didn’t put much interest in it. A few years later, in 2004 I think it was, I got my first real domain, http://www.alivia-art.com which I loved. First, there were many sketches and drawings, small steps in photography and when I moved to Munich I redesigned everything and ditched the drawings. I really, really loved that page and was proud to do photography.
When we moved to Vienna in 2007, I decided it was time say goodbye to the domain and started to blog at Blogspot. In that time I also got a private blog for friends and a blog where I collected stuff I liked, which shortly after was ditched for tumblr. In that time I concentrated on my tailoring blog, because I was in fashion school at that time. Crazy mess, right?

I left fashion school and soon I also left the tailoring blog to itself. I felt, that it was time for me to say goodbye to my alias alivia. It’s still valuable to me, but more on a personal level and in spiritual manner, and I might say I evolved enough to react to a professional manner with a professional name, even if I shortened it. This was the moment, when blogging became serious for me.
In 2012 I started my cooking blog Karo’s Köstlichkeiten and I had so much fun keeping it up! I thought I had found my niche and saw that confirmed, when I was one of the 6 best newcomers at the AMA Foodblogger Award in 2013. Pity though, that many other guys and girls were dreaming to become a Foodblogger too, which meant that the Foodblogger crowd was expanding rapidly and led to my discontent within this scene. Somehow I couldn’t get comfortable with all those people and focused on photography again, this time with my dog photography business.

I wanted to keep organised and was asking myself over and over again, if this was the right direction for me and use of my time, and because I needed advice I asked two dudes over at bloggen.com who tried to help bloggers in need and wrote them a mail explaining my situation. They answered all my questions but one point in particular stood out:

Which blog of yours would you still run in 10 years without ever questioning how much money comes out of it?

And it was simple. It’s my photography, my art. This is what I’m most passionate about and this is what will be worth my time. So a difficult decision stood ahead, I had to let go of all my clutter-blogs. Not that it would matter, I didn’t have many followers then and I wasn’t sure if I found what I was looking for, so it was hard to keep it running. To make it even more drastic I left Blogspot for WordPress because my needs wouldn’t be satisfied there and now I’m more than happy. I’m still not blogging regularly because it’s so hard for me to open up to strangers. Sure, I want to show things and share my work, because I’m proud of it, but on the other side I’m very cautios how much of my life shoud be given access to. Crazy, if you consider, that there’s someplace like the Deep Web and people who can’t even decide whether their privacy is invaded or not, I know.

So whether I’m blogging for 14 years now, or 10, or 6 or even just 3 (the moment it became serious for me), I cherish all the experiences I made and I hope there will be lots of occasions and ideas to blog about and readers, too! I’m so happy about every comment and get crazy like a little kid when someone new follows my blog.

Also, since this day somewhat became my blogbirthday of sorts, I got myself a Twitter account. Come say hi! 🙂

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9 Gedanken zu “About blogging and other stuff

  1. es ist immer wieder spannend, wie andere menschen aufs bloggen gekommen sind. da du bei mir ja schon gelesen hast, erzähle ich nicht alles von vorn 😉 es ist aber schon schräg, diese dinge, die das eigene internetleben so geprägt haben und schon so weit weg sind, auch anderswo zu lesen. ja, wir sind alle ganz verschiedene und doch einen ähnlichen weg gegangen 🙂
    ich bin gespannt, ob der hype ums bloggen anhält. wie lange diese ganzen mädchen diese ganzen wunderschön leicht überbelichteten hell gestriegelten seo-optimierten (manchmal sehr seelenlosen) seiten betreiben werden. wie lange das wirklich geld bringt. sorry wegen diesem seitenhieb, aber diese ganze geschichte mit populär und erfolgreich, ich weiß nicht.
    ich mag deinen blog übrigens gern, ich komme gern vorbei und seh mir deine bilder an. unregelmäßigkeit gehört auch dazu, schließlich ist es ein hobby, keine verpflichtung 😉

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    1. Hey! Vielen Dank erst mal für’s lesen dieses Beitrags und überhaupt! Freut mich so sehr, dass du öfters reinschaust 🙂 Ich hab auch immer Freude an deinen Beiträgen und genieße sie zu lesen. Seit ich deinen Blog kenne schreibe ich selbst ein bisschen mehr, was mir wirklich auch Spaß macht. Ich versteh genau was du meinst und ich denke dieser überbelichtungs-wahn wird zumindest nicht ewig anhalten. Ich hab sogar Bilder gesehen, auf denen man zwecks Überbelichtung wirklich GAR nichts mehr erkennt. :/ Und die ähnlichen Wege resultieren wohl aus dem ähnlichen Alter 😉 Schließlich haben wir wohl diverse Medien einfach zeitgleich kennengelernt. 🙂

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      1. Oh das ist aber eine schöne Sache, das freut mich total! Ich lese sehr gern bei dir und finds toll, deinen blog gefunden zu haben!

        Ja manchmal nehmen diese Trends schon Auswüchse an… Ich finde sowas immer irgendwie ein bisschen seelenlos!

        Da hast du recht – es gab halt diese Strömungen oder Medien, auf die halt alle aufgesprungen sind und die von allen genutzt wurden. ‚Damals‘, als das Internet noch sowas wie überschaubar war 😀

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      2. Total XD Überschaubarkeit gibts ja heute gar nicht mehr. Ich will auch ehrlich gesagt gar nicht so weit mit der Kritik ausschweifen, es gibt tatsächlich Blogs, die damit gut fahren und gutes Material bieten, nur finde ich es immer schade, wenn man sich von einem Trend einnehmen lässt. Wollen wir mal hoffen, dass uns das nicht passiert 8)

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      3. nein, gar nicht. früher war das internet auf eine ganz andere art anonym. niemand musste wissen, wer hinter blogs und nicknames steckt. heute ist das durch die viel verwendeten klarnamen, impressumspflicht, etc. anders aber durch die vielzahl an menschen, die es „still und heimlich“ nützen ist es sogar anonymer als früher. gleichzeitig ist man aber durchschaubarer. ein trend, der mir persönlich nicht so gut gefällt.

        sicherlich gibt es blogs, bei denen das gut funktioniert. zum einen glaub ich aber, dass das ein trend und damit eine frage der zeit ist und zum anderen gibt es ja auch viele, die sich wirklich mühe geben.

        ich frag mich nur, was der beweggrund ist, ein blog zu eröffnen um ein bisschen geld zu verdienen, wenn man nicht mit herzblut dabei ist. dafür ist es nämlich glaub ich im verhältnis auch nicht gut bezahlt.

        ich denke aber, dass das bei uns eher keine gefahr ist. also für mich sicher nicht – mein blog ist da ganz anders ausgelegt und auch gar nicht am radar solcher firmen. man merkt das schon, finde ich, ob das, was man schreibt, von herzen kommt oder nicht.

        so, roman beendet 😉

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      4. da habe ich die gleichen Gedanken dazu. gerade zum thema privatsphäre hab ich da auch so meine meinung. wozu ist einem leser meine komplette anschrift notwendig? wieso reicht es nicht aus, dass die firmen, mit denen ich kontakt habe und die irgendwie involviert sind, meine adresse haben? wieso muss alles erreichbar und einsehbar sein? fragen, die uns keiner beantworten wird, denke ich. ein blog, den man nicht mit eifer betreibt, kann nicht wirklich geld ausspucken. meistens muss man doch sowieso noch geld reinstecken, was manch einer sicherlich auch gerne tut. aber am bloggen eine goldene nase verdienen geht wohl nur noch in der fashion-szene. ich finde diese produktmarketing über blogs ganz ganz schlimm, vor allem weil kaum einer realisiert, dass blogger/youtuber einfach nur mehr marktschreier sind. die firmen bekommen so günstig werbung wie noch nie, und alles nur deswegen, weil man mal mit einem lippenstift winkt. das ist schon ein goldenes geschäft für die. deswegen bin ich da sehr vorsichtig geworden, was kooperationen anbelangt. aber da bin ich genauso wie du, nicht wirklich richtig platziert 🙂

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